Symbolbild (KI-Generiert): Bau eines Wärmenetzes
Der Umweltausschuss hat sich am Mittwoch (16.9.2026) mit der Tiefengeothermie, einem möglichen Wärmenetz für die Innenstadt, einem Tiny Forest sowie mit der Stadtklimaanalyse befasst. Drei Themen möchten wir näher beleuchten.
Tiefengeothermie aktuell zu risikoreich
Die geologischen Voraussetzungen für Tiefengeothermie sind in Coesfeld grundsätzlich vielversprechend. Rund 1.300 Meter unter Coesfeld befindet sich ein geeignetes Karbonatreservoir mit heißem Tiefenwasser. Eine für rund 2,4 Millionen Euro empfohlene 3DSeismik könnte weitere Erkenntnisse liefern und eine spätere Bohrung präziser machen. Dennoch sehen die Stadtwerke aktuell zu hohe wirtschaftliche Risiken. Für die Anlage werden 9 bis 12,5 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kämen die Kosten für ein noch aufzubauendes Wärmenetz, zumal bereits vor der ersten Bohrung hohe Untersuchungskosten entstehen würden. Deshalb ist die Tiefengeothermie derzeit nicht wirtschaftlich umsetzbar. Wir sehen sie als interessante Zukunftsoption, wollen aktuell aber auf wirtschaftlich sinnvollere Alternativen setzen.
Wärmenetz: Holtwicker Straße bietet Potenzial
Auch ein Wärmenetz für die Innenstadt wurde untersucht. Aufgrund bestehender Leitungen, zahlreicher Trassenkonflikte und der kleinteiligen Eigentümerstruktur wäre ein großflächiger Ausbau derzeit wirtschaftlich schwierig. Anders sieht es bei der Holtwicker Straße aus. Dort könnte ein Wärmenetz perspektivisch sinnvoll sein. Vorgesehen wäre eine Kombination aus Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, Wärmestab und Pufferspeicher. Ein weiterer Ausbau in Richtung Letter Straße, Krankenhaus und Kreisbehörden könnte anschließend geprüft werden, da dortige Großabnehmer und freie Flächen einen wirtschaftlich sinnvollen Anschluss ermöglichen könnten. Für die übrige Innenstadt dürften dezentrale Lösungen wie Luftwärmepumpen eine größere Rolle spielen.
Tiny Forest: Schützenvereine mitnehmen
Auch der bereits seit 2020 geplante Tiny Forest wurde diskutiert. Wir haben dafür geworben, der Umsetzung durch Coesfeld for Future an der Loddeallee zuzustimmen, gleichzeitig aber vor der Umsetzung noch einmal das Gespräch mit den Schützenvereinen zu suchen. Schließlich soll die Begrünung nicht gegen die bestehenden Nutzungen vor Ort, sondern gemeinsam mit der Stadtgesellschaft umgesetzt werden. Mit einer Mehrheit von acht zu sechs Stimmen wurde die derzeitige Planung angenommen. Verbunden ist dieser Beschluss mit der Bitte an die Verwaltung, bis zur Ratssitzung weitere Informationen zum konkreten Standort vorzulegen.