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SPD kritisiert fehlende Barrierefreiheit am Bahnhof Coesfeld

Veröffentlicht am 29.07.2026 in Ortsverein

Drei Personen vor einem Ticketautomaten am Bahnhof Coesfeld.

Die Schließung des DB-Reisezentrums am Coesfelder Bahnhof hatte zuletzt Kritik hervorgerufen. Für viele, die das Angebot des Reisezentrums nutzen, bedeutet die Schließung eine zusätzliche Hürde für die Bahnreise. Zusätzlich sorgt nun die baubedingte Außerbetriebnahme der Aufzüge für eine weitere Verschlechterung der Barrierefreiheit. Die Coesfelder SPD hat sich vor Ort im Rahmen ihrer Sommertreffen ein Bild von der Situation gemacht.

Schwierigkeiten für Gelegenheitsfahrer

„Gerade für Gelegenheitsbahnfahrende ist der Ticketkauf am Automaten nicht unkompliziert“, meint Sami Bouhari (Vorsitzender und Landtagskandidat der SPD in Coesfeld) während er am Automaten testweise versucht, eine Bahnfahrt nach Düsseldorf zu buchen. „Zwar könnte ich mir Unterstützung über die Videoberatung holen, für viele dürfte das trotzdem eine zusätzliche Hürde sein, gerade wenn man kein ‚Digital Native‘ ist, also nicht mit dem täglichen Umgang mit Videotelefonie und Computern aufgewachsen ist. Für diese Gruppe ist dann häufig auch der Ticketkauf per Handy keine Alternative.“

Öffentlicher Nahverkehr muss attraktiver werden

„Ticketautomaten oder Buchungs-Apps am Handy sind kein Hexenwerk und der Umgang lässt sich auch schnell lernen. Ich befürchte aber, dass einige dann doch lieber das Auto nehmen. Dabei sollte unser Ziel sein, mehr Menschen zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen,“ ergänzt Michael Heiming (SPD-Ratsfraktion).

Unverständnis über lange Aufzugsperre

In den kommenden Monaten kommt noch eine weitere Hürde hinzu. Bis Ende des Jahres sollen die Aufzüge am Bahnhof erneuert werden und sind bis dahin außer Betrieb. „Wer die Treppe nicht nutzen kann, ist somit erstmal von der Bahnfahrt in Richtung Dortmund oder Essen ausgeschlossen. Die Deutsche Bahn bietet über ihre Mobilitätsservice-Zentrale Unterstützung an, aber die muss 24 Stunden vorher angekündigt werden. Somit wird für solche mobilitätseingeschränkten Personen eine spontane Bahnreise unmöglich“, kritisiert Moritz Volmer (SPD-Ratsfraktion).

Alle Personengruppen im Blick behalten

„Als Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker haben wir leider wenig Einfluss auf die Entscheidungen und Planungen der Deutschen Bahn. Aber wir müssen uns vornehmen es im kommunalen Zuständigkeitsbereich selbst besser zu machen und prüfen, wie wegfallende Angebote möglichst inklusiv ersetzt werden können. Wir möchten alle Personengruppen im Blick haben und niemanden ausschließen“, so Sami Bouhari abschließend.

 

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