
Das Kita-System in Nordrhein-Westfalen steht massiv unter Druck. Fehlendes Personal, hohe Belastungen und eine unzureichende Finanzierung sorgen vielerorts für Einschränkungen im Betreuungsangebot. Bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung des SPD-Ortsvereins Coesfeld mit der SPD-Landtagsabgeordneten und familienpolitischen Expertin Nina Andrieshen wurde deutlich: Die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) reicht nicht aus, um die Probleme nachhaltig zu lösen.
Jede zweite Kita von Einschränkungen betroffen
„Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache“, machte Nina Andrieshen in Coesfeld deutlich. „Jede zweite Kita musste 2025 wegen Personalmangels zeitweise ganz oder teilweise schließen. Gleichzeitig stehen die Beschäftigten in den Einrichtungen enorm unter Druck. Viele Auszubildende brechen ihre Ausbildung ab. Das verschärft die Personalsituation zusätzlich und bietet Familien alles andere als ein verlässliches Betreuungsangebot.“
Bessere Finanzierung dringend notwendig
Viele Beschäftigte aus Kitas, die an der Veranstaltung teilnahmen, bestätigten die geschilderten Probleme aus ihrem Arbeitsalltag. Deutlich wurde dabei vor allem der Bedarf nach einer besseren und verlässlicheren Finanzierung. Dadurch könnten Einrichtungen entlastet und Fachkräfte gezielter eingesetzt werden.
Bildungschancen dürfen nicht vom Wohnort abhängen
„Wenn es uns nicht gelingt, die Situation in den Kitas zu verbessern, gefährdet das massiv die Bildungschancen vieler Kinder“, erklärt der Coesfelder SPD-Vorsitzende und Landtagskandidat Sami Bouhari. „Die schwarz-grüne Landesregierung bietet mit ihrem bisherigen Entwurf für ein neues Kinderbildungsgesetz leider keine ausreichende Lösung. Stattdessen droht sich mit dem Entwurf die Lage weiter zu verschärfen. Für gute Bildung und verlässliche Betreuung brauchen wir starke Kitas mit einer verlässliche Sockelfinanzierung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.“
Für die SPD ist klar: Gute Bildung beginnt in der Kita. Deshalb brauche es eine Landespolitik, die Familien, Kinder und Beschäftigte endlich stärker in den Mittelpunkt stellt.